0,9 kg CO2 pro kg Al! Wie macht das Neuman Aluminium?

Mit viel Kreativität haben die Hersteller von Aluminiumhalbzeugen für ihr „grünes Aluminium“ klingende Namen gefunden: Reduxa, RenewAl, SustainAl, Natur-Al, Solar-Aluminium, um nur einige zu nennen.

Der Chefredakteur von Aluminium Praxis, Alwin Schmitt, bezeichnet diese Namen als grüne Wundertüten, weil jeder etwas Anderes hineinpackt. Bei Neuman Aluminium handelt es sich um ein transparentes Einkaufsnetz. Für unsere Pressbolzen und Schmiedestangen schmelzen wir 95 % Schrott ein. Dieser Schrott besteht zu 90 % aus sortenreinen Prozessabfällen der eigenen Fertigung und zugekauftes Post Industrial Recycling (PIR)-Material. 10 % ist PCR Schrott, also Material, das schon in Verwendung war. Das sind Offset Druckplatten, Stromkabel und noch zu einem geringen Anteil aufwendig sortierter und thermisch gereinigter Schott aus den Sammelsystemen. Um die Toleranz der jeweiligen 6000-er Legierungen zu erreichen, wird noch 5 % Primäraluminium zugefügt.

Wer die Prognosen des International Aluminium Institute nachliest www.international-aluminium.org, wird feststellen, dass in den nächsten Jahren eine Steigerung der Primäraluminiumproduktion erwartet wird und der Anteil an PCR Material weltweit zwischen 25 und 30% stagnieren wird.

Globaler Materialstrom                2020                     2025                     2030

Primäraluminium                           73,5 Mt               79,0 Mt               73,3 Mt

Recyceltes Aluminium (PCR)       19,0 Mt               28,3 Mt               33,7 Mt

Möglichst das gesamte Material im Kreislauf zu halten, ist wirtschaftlich sinnvoll und aus Sicht der Nachhaltigkeit erstrebenswert, weil es der Umwelt einen großen Teil an Emissionen erspart. Wegen der Beurteilung als CO2 arm, könnte man Sekundärmaterial sogar wertvoller als Primäraluminium bezeichnen. Das hat dazu geführt, dass einige Lieferanten Halbzeuge mit hohem Recyclinganteil mit Preisaufschlägen anbieten. Das ist eine völlig logische Entwicklung, da die Nachfrage nach der begrenzten Ressource Schrott gestiegen ist. Von einer Grünen Prämie auf CO2-armes Aluminium ist schon die Rede.

Wie macht Neuman Aluminium das nun, um auf 0,9 kg CO2 pro kg Al zu kommen? Den CO2 Rucksack des PIR Materials tragen die verkauften Produkte, bei deren Produktion der Schrott entstanden ist. Rund 0,4 kg trägen der Schmelz- und Homogenisierungsprozess und zu einem geringen Anteil auch noch die Emissionen der Aufbereitung des PCR Materials bei. Für den verbrauchten Strom, mit dem die Schälmaschine für die Schmiedestangen betrieben wird, haben wir Herkunftsnachweise und dürfen ihn emissionsfrei nennen. Der Rest der Emissionen stammt aus dem kleinen Anteil von Primäraluminium. Alles leicht nachvollziehbar, auch ohne den Stempel eines namhaften Instituts.